
Gastbeitrag von
Conrad Amber
Naturdenker und Grüngebäudeplaner
Fotos: Conrad Amber
Mit Wertschätzung, Wissen und Achtung der Natur steigern wir unsere Lebensqualität, können durch sie gesund und glücklich sein. Im Garten, am Gründach, im Wald und in der Kulturlandschaft, in einer grünen Stadt!
Conrad Amber lebt seine Vision. Er erinnert uns daran, dass unser aller Handeln Konsequenzen hat.
Als Naturdenker und Grüngebäudeplaner lenkt er unsere Aufmerksamkeit auf die Bedeutung des Gleichgewichts in der Natur.
Amber, der sich selbst als „Die Stimme der Bäume“ bezeichnet, konzipiert, plant und begleitet naturnahe Projekte für Unternehmen, Kommunen und Privatpersonen.
Unerschütterlich trotzt Conrad Amber so manchem Sturm, der aus verstaubten Amtsstuben weht. Er stellt sich den Herausforderungen des Klimawandels. Bäume und der Wald sind seine Lehrmeister. Sie weisen ihm und letztlich uns allen den Weg zurück zur Natur, den wir für mehr vermeintlichen Wohlstand verlassen haben. Bäume ausreißen wird Conrad Amber nur im übertragenden Sinne: naturnahe Projekte verwirklichen.
Die Lösungen seien oft so einfach. Beispiele bleibt er uns nicht schuldig, hier zum
Nachlesen und bitte auch zum Nachmachen!
Projekt: Natur-Oase in luftiger Höhe

Viele Jahre waren die zwei Dachterrassen des Bäumler Gewerbeparks mit einfachen Waschbetonplatten belegt; eine versiegelte Fläche, die lediglich für kurze Rauchpausen von den Mitarbeitern verwendet wurde. Die beiden Flächen mit je 130 m2 sollten aufgewertet werden und eine neue Funktion erhalten: eine Oase sein für Mitarbeiter und Mieter des Gewerbeparks.
Erholung und Entschleunigung in luftiger Höhe!
Nach längerer Planungsphase wurde entschieden, Freigärten anzulegen. Die massive Bauweise des Gebäudes erlaubt großzügige Baumbehältnisse, höhere Substratschüttungen für Sträucher, Kräuter und Stauden. Ein Holzlattenrost lädt zur Begehung und zum Aufenthalt ein. Mitarbeiter nutzen die Terrasse für Mittagspausen und Besprechungen.
Durch die automatisierte Bewässerung mit Tropfschläuchen ist die Vitalität der Pflanzen auch über die Hitzemonate gesichert. Schon nach wenigen Tagen wurden die blühenden Stauden von Wildbienen, Schmetterlingen und bunten Käfern besucht. Singvögel ließen sich auf den Zweigen der Bäume nieder. Die kleinen Baumkronen bieten jetzt schon eine angenehme Kühlung.
Projekt: Naturkräutergarten auf
Betondecke
Feinste Brände ruhen in schweren Eichenfässern in einem 350 m2 großem Fasskeller. Darüber erstreckt sich ein Naturgarten mit über 50 unterschiedlichen Kräutern und mehr als 20 verschiedenen heimischen Gehölzen wie Zirbe, Sanddorn, schwarzer und roter Holunder.
Alle Pflanzen tragen Früchte, Blüten oder Essenzen in sich, die für die Herstellung der hochwertigen Schnäpse und Brände verwendet werden. Bis zu 150 cm hoch wurden Kiesschüttungen und Erdmischungen aufgetragen. Das spezielle Humus-Kies-Substrat wurde aus der Umgebung geholt und vor Ort mit schweren Baggern gemischt. Zu beachten waren auch die hohen Schneelasten im Winter (auf 800 m Seehöhe) mit über 300 cm und deren Schmelzwasser, das im Boden und über der Betondecke gezielt jedes Frühjahr abgeleitet werden muss. Ziel war ein möglichst naturnaher, dem Bauerngarten nachempfundener Erlebnisgarten mit ganzjährigem Blütenflor, unterschiedlichsten Düften und stufigen Höhen.
Heute ist der Gastgarten ein beliebtes Ausflugsziel und ein Spaziergang durch den umliegenden Kräutergarten ein bleibendes Erlebnis.
